Vorteile regelmäßiger Klavierstimmungen
(Sie auch FAQ )
1. Klavierstimmen – wie oft eigentlich?
2. Reicht das eigentlich aus?
3. Mein Klavier verstimmt sich aber sehr schnell
1. Klavierstimmen – wie oft eigentlich?
Ein Klavier sollte mindestens 1x pro Jahr gestimmt werden. Je nach klimatischen Bedingungen und genereller Beanspruchung des Instruments kann dies auch bis zu 4x pro Jahr vonnöten sein. Insbesondere fabrikneue Instrumente sollten 2x, besser 3x in der Anfangszeit gestimmt werden.
Konstruktionsbedingt gibt es ab der Mittellage 3 Saiten pro Ton. All diese 3 Saiten müssen exakt wie ein Ton klingen. Das macht den größten Bereich des Klaviers aus. Jede Saite zieht dabei mit durchschnittlich 80 kg Zuglast am Wirbel. Klaviere haben zwischen 210 bis ca. 260(!) Saiten. Dies multipliziert mit je ca. 80kg ergibt eine Gesamtzugkraft von 16 bis 21 Tonnen (!) Zuglast auf die gesamte Konstruktion.
Das hält auf Dauer keine Konstruktion aus, ohne sich zu verändern. Das ist ein Grund, weshalb man mindestens 1x im Jahr sein Instrument stimmen lassen sollte, ob man spielt oder nicht, um nicht zu weit unter 440 Hz zu kommen, denn die Zuglast ist stets vorhanden. Und sei es auch nur, dass Sie das Instrument irgendwann verkaufen wollen.
→ Ein Instrument nahe 440 Hz (von 435 Hz bis ca. 443 Hz) lässt sich besser verkaufen, als eines, das auf 420 Hz oder noch viel tiefer „abgerutscht" ist.
Ob in solch einem Fall eine Stimmung auf 440 Hz noch machbar ist, oder ob man nur noch „in sich“ stimmt, muss vor Ort entschieden werden und ist abhängig von der Substanz. Liegt ein substanzielles Problem vor, berate ich Sie gern.
Die allgemein zu vernehmenden Aussagen, dass regelmäßige Stimmungungen den Wert des Instruments erhält, sollte also ersichtlich sein.
Von den Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen übers Jahr mal ganz abgesehen (Beginn und Ende der Heizperiode), die ebenso die Stimmung bzw. Verstimmung beeinflussen.
Deshalb: Ob Sie spielen oder nicht: Lassen Sie bitte Ihr Instrument zumindest 1x im Jahr stimmen. Die Stimmung erhält neben dem schon angesprochenen Wert die Substanz und vor allem die Tonhöhe von 440 Hz. Sie werden (hoffentlich) nicht die letzte Person sein, die auf dem Instrument spielen wird. :) Die nachfolgenden spielenden Generationen (und Klavierstimmer/-bauer) werden es Ihnen danken.
2. Reicht das eigentlich aus?
Seit gut 25 Jahren stimme ich Klaviere und Flügel.
Ein Klavier bzw. Flügel soll gut klingen. Eine Stimmung allein reicht oft nicht aus. Oft kommt es zu kleineren oder größeren Regulationsarbeiten, die ebenso ausgeführt werden müssen. Je nach Umfang vor Ort oder auch bei mir auf meiner Werkbank.
Bei einem gebrauchten Auto von 5 oder 10 Jahren geht man auch mal nicht davon aus, dass es reicht, mal den Tank zu füllen und gut ist -- ähnlich ist es mit einem Klavier/Flügel: Eine Stimmung (analog zur Tankfüllung) ist selten ausreichend für eine gute Funktionsweise.
Meine Spezialisierungen sind das Stimmen von Tasteninstrumenten. Die Regulation und Intonation (Erhaltung der Spielart/des Spielgefühls und des Klangs) sind ein wesentlicher Bestandteil meiner technischen Arbeit.
In der „Galerie“ sind Bilder zu sehen sein, die auch Sie überzeugen werden. Diese werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert bzw. ergänzt.
Jedes Klavier ist individuell. Ob und was gemacht werden sollte, oder was gewünscht ist, besprechen wir gern vor Ort -- nach eingehender Sichtung von mir.
Da Ferndiagnosen – insbesondere bei noch nicht betreuten Instrumenten – kaum möglich sind, kann ich generell keine pauschalen Preise sagen. Hier ist nur eine individuelle Beratung, mit Besichtigung vor Ort, möglich.
Ich freue mich darauf, Ihr Instrument kennenzulernen.
3. Mein Klavier verstimmt sich aber sehr schnell
Wenn sich ein Klavier nach einem Stimmvorgang innerhalb von 2 bis 4 Wochen (oder gar noch schneller) wieder signifikant verstimmt, liegt wohl eher ein tiefgreifenderes Problem vor.
Im besten Fall sind die Wirbel nur ein wenig zu locker (im Falle eines allgemeinen Holzschwundes), dann können diese ggf. etwas tiefer geschlagen werden. Ich habe damit über lange Zeit bereits gute Erfahrungen gemacht, wenngleich es auch hier kritische Stimmen gibt und es -- je nach Bauart -- nicht bei jedem Klavier funktioniert. Eine Erfolgsgarantie gibt es also nicht, aber allein an meinem Klavier funktioniert dies seit über 20 Jahren gut. Mit einem speziellen Newton-Meter kann man ein Vorher-Nachher-Effekt feststellen -- oder auch nicht.
Je nach Substanz (vor 1950 wurden die Stimmstöcke noch anders konstruiert) kann auch "nur" ein Wirbelwechsel erforderlich werden.
Mitunter liegen aber auch Risse in Stimmstöcken (Baujahr vor 1950) vor. Hier hilft nur noch ein genereller Wechsel des Stocks oder gar die Neuanschaffung eines Klaviers (was meist wirtschaflticher ist), wobei ich auch gern beratend zur Seite stehe.
Auch können Risse in den Stegen an schnellen Verstimmungen schuld sein. Meist ist es dann die Summe mehrer Dinge, die zusammenkommen. Zudem zieht sich selten ein Problem nur durch einen Teil der Konstruktion.
Ganz offen gesagt: Die Reparaturen können dann oft sehr kostenintensiv sein und übersteigen nicht selten den Wert eines neuen Instruments.
Hängen Sie also nicht zu sehr am Instrument, weil es z.B. ein Geschenk vom Großonkel war, der das nicht mehr brauchte, dann berate ich Sie gern in Sachen Neu-/Gebrauchtkauf.