Eine Bildergalerie...
- Neugraphitieren von Mechanikteilen
- Erneuern bzw. Aufarbeiten/Ersetzen verschlissener Materialien
- Hammerfilze wieder in Form bringen
- Ersetzen von Achsen
Spielart
- Das Säubern des Innenraums
- Klaviaturstifte reinigen und fetten
- Schrauben (ca. 400 Stück) auf festen Sitz überprüfen.
- Überprüfung der Pedale
- träge oder klappernde Mechanik richten
- klemmende Tasten wieder zum Laufen bringen uvm.
↓ Genug der Worte! Bilder sagen mehr als 1000 Worte ↓
Eingespielte Hammerfilze
Die Hammerfilze waren nach 50 Jahren gut eingespielt.
Abzieharbeiten
Die Köpfe wurden eingespannt und mit speziellem Leinen wieder in Form gebracht.
Perfekte Hammerform
Der wieder perfekte Hammerscheitel kann den Ton wieder ordentlich und harmonisch entfalten.
Bändchenerneuerung bei einem Förster-Klavier
Die alten Bändchen
Das Leder an der Litze war brüchig. Entsprechend war das Ergebnis nach dem Ablösen aus dem Bändchendraht.
Altmaterial entfernen
Die alte Litze wurden entfernt und der Gegenfänger für das neue Aufleimen vorbereitet.
Neue Bändchen
Mit Hautleim wurden die neuen Bändchen angeleimt und halten nun wieder für eine lange Zeit.
Aufarbeitung einer Steinway-Klaviatur
Aufarbeitung einer Klaviatur
Eine Steinway-Klaviatur des Modell K, Baujahr ca. 1928, ist über Jahre nicht gepflegt worden.
Das Kernholz war durch Schmutz unansehnlich geworden.
Das Basisholz der schwarzen Tasten musste seitlich wieder geschwärzt werden.
File ersetzen
Die Oberfläche der weißen Tasten wurde gereinigt und aufpoliert.
Ferner wurden alle Klaviaturstifte poliert, gefettet und neue Vorderpolster gesetzt.
Regulation
Nach dem Einbau musste alles wieder neu ausgerichtet werden.
Mechanikarbeiten sind noch zu erledigen.
Fertige Klaviatur
Das perfekte Aussehen lädt wieder zum Spielen ein.
Überarbeitung einer Mechanik und Klaviatur
Für eine Gemeinde habe ich eine Mechanik überarbeitet, die sich komplett festgestanden hatte.
Die beinhaltete u.a: folgedende Arbeiten (siehe Bilder rechts):
- Ersetzen aller Bändchen
- Sämtliche Achsen erneuern
- Filztuche ersetzen
- Hammerfilze abziehen
- Pilote und andere Mechanikteile mit frischem Graphitlack versehen
- Arbeiten an der Klaviatur
Hier wurde schon ein Teil der Hammerfilze abgezogen, um wieder auf eine Schicht frischen Filzes zu kommen.
Der Graphitlack war hier vollkommen abgespielt, so dass dieser neu aufgetragen werden musste.
Sämtliche Bohrungen für die Tastenstifte musste minimal geweitet werden, damit die Tasten wieder laufen
Weiterhin:
Aufleimen einzelner Vorderplättchen, Reinigen der Tastenseiten sowie Schwärzen des Kernholzes der schwarzen Taste mit anschließender Neuausrichtung der Klaviatur sowie der kompletten Neuregulation der Mechanik.
Eine Stimmung war natürlich auch noch dabei.
Abzieharbeiten stark verschlissener Hammerfilze
Der 3. Hammer von links ist extrem stark verschlissen. So ging es leider einigen Hämmerchen in er alten Oberdämpfermechanik eines Ibach-Klavieres, Baujahr ca. 1912/13.
Aufgrund des hohen Verschleißgrades konnten die Filze nicht mehr vollständig abgezogen werden.
Die Hammerfilze hätten komplett erneuert werden müssen, aber die finanziellen Mittel konnten dafür nicht bereit gestellt werden.
Ich denke, dass hier dennoch ein guter Kompromiss erzielt werden konnte.
Aufarbeitung einer Klaviatur
Zerkratzte Tasten
Es ergab sich sich, dass mit einem spitzen Gegenstand über die Tasten gefahren wurde. Das resultierte in einem quasi durchgehenden Kratzer in allen Tasten. Die rechten Tasten im ersten Bild zeigen dies.
Ergebnis nach der Politur
Mit einem sehr feinen Nasschliff und einer anschließenden Feinpolitur erstrahlen die Tasten wieder in neuem Glanz und der Kratzer gehört der Vergangenheit an.
Ein besonderer Stimmtermin...
... führte mich an einen sehr speziellen Ort. Der Besitzer fährt sein Klavier im Auto spazieren und tritt damit in Deutschland auf. Er ist bekannt als "ThePianoVanMan", den man bei Instagram und auch bei YouTube sehen und vor allem hören kann. Ich habe die Ehre, sein Klavier zu stimmen.
In der neuesten Aufnahme vom 06.07.2021 mit dem Titel "Luna – Tränenmeer" hat das Klavier eine Grundstimmung von mir bekommen. Einige Töne musste ich zwei Wochen später noch einmal nachträglich korrigieren. Das ist aber bei einer so starken Verstimmung, die das Instrument aufwies, nicht unüblich -- vor allem, wenn man die starke Beanspruchung des Instruments berücksichtigt.
Da das Instrument die meiste Zeit in einem Van steht und somit auch oft hin- und hergefahren wird, ist es u.a. wesentlich stärker den Umwelteinflüssen (Temperaturschwankungen sowie sich rasch ändernder Luftfeuchtigkeit) ausgesetzt. Damit ist ein beinah monatliches Stimmen vonnöten.
Ein großer Dank gilt dem Pianisten Daniel, der mit gestattet hat, die von mir fotografierten Bilder hier auf meiner Web-Seite zu veröffentlichen.
Ich freue mich sehr, sein Instrument weiter betreuen zu dürfen und somit für schöne Klänge bei privaten Konzerten und YouTube-Aufnahmen sorgen zu können.
Vielen Dank, Daniel.
Abtragen alter Materialien
Dies ist ein Klavier älterer Bauart, bei dem eine Art Filzband/-streifen für die Tasten aufgeleimt wurde, um den Tiefgang zu definieren. Das ist natürlich sehr ungenau, aber möglicherweise für die damalige Zeit eine schnelle Fertigungsweise gewesen.
Also habe ich den alten Filz abgetragen und anschließend durch heute übliche Vorderdruckpolster-Scheiben ersetzt. Damit wurde der Anschlag wesentlich definierter und eine kontrolliertere Spielart war überhaupt erstmals bei diesem Instrument gegeben.
Bearbeitung eines Klaviaturrahmens
Klaviaturrahmen
Verschlissene Filze, Doppelbefilzungen einer unsachgemäßn Regulation machten eine Politur der Metallstifte und Erneuerung der Filze notwendig.
Neue Filze
Das ist ein signifikanter Unterschied und dient nun als Grundlage für eine neue Einrichtung. Die vorderen Filze sorgeb später für eine definierte Anschlagstiefe.
Tasten geradelegen
Nachdem auch die Tasten wieder leichtgängig gemacht wurden, müssen diese nun wieder exakt einer gerade Linie ausgerichtet werden
Perfekt ausgerichtet
Das Ergebnis ist eine perfekt ausgerichtete Klaviatur, die schon an sich eine Motivation ist, zu spielen
Schwarze Tasten seitlich schwärzen
Wenn die weißen Tasten gespielt werden, ist mitunter das Basisholz der schwarzen Tasten zu sehen. Manch einen stört es, manchen nicht.
Hier ist durch Abrieb die schwarze Farbe abgespielt.
Das Ergebnis der Arbeit
Alles wieder geschwärzt. Etwas „Kosmetik“ hat noch nie geschadet. Sie freuen sich ja bei Ihrem Auto auch, wenn es rundum ästhetisch aussieht.
Didaktische Klaviere/ Schulklaviere
Nach intensiver Reinigung der Tasten habe ich für ein Schulklavier spezielle Klebeteilchen für Tasten aufgeleimt. Es gibt kaum einen größeren Affront, als wenn man mit Edding® oder anderen zweifelhaften Methoden die Notennamen auf die Tasten schreibt. Mitunter können dauerhafte Verunreinigungen oder Beschädigungen aufgrund der alkoholischen Inhaltsstoffe oder Lösungsmittel die Folge sein.
Diese hier im Bild sichtbaren Klebeteilchen können bei Bedarf ohne Rückstände wieder gelöst werden.
Die Tasten wurden nach neuer Garnierung des Rahmens alle neu ausgerichtet, der rote Filz an der Leiste wurde natürlich auch erneuert. Auch durch diese Kleinigkeit lädt die Klaviatur wieder zum Spielen ein.
Dämpfertangentenfilze
Verschlissener Filz
Normalerweise ist dieser Filz sehr widerstandsfähig. Nicht selten aber ist durch Schädlingsbefall ein Tausch notwendig.
Neuer Filz
Aus einem Streifen wird die richtige Größe zurechtgeschnitten und anschließend aufgeleimt. Eine neue Regulation für dei Dämpfung ist dabei unumgänglich.
Tastengewicht
Ein bedeutender Faktor ist das sogenannte Tastengewicht.
Unter der Voraussetzung, dass alles ordnungsgemäß einreguliert ist (z.B. gleichmäßige Achsreibung), sollte man überprüfen, ob die Tasten bei immer gleichem Aufgewicht (nach oben hin leicht abnehmend) „runtergehen“.
Gerade bei älteren Klavieren kann es da zu erheblichen Schwankungen kommen.
Bei neueren Klavieren sind manchmal die Tasten zu schwer.
Hier sollte mit Bleigewichten nachjustiert werden:
Bei zu leichten Tasten müssen Bleigewichte hinter der Waage (mittlerer Stift) eingebohrt werden, bei zu schweren Tasten müssen diese im vorderen Bereich angebracht werden.
Sind schon zu viele Bleistöpsel in der Taste, muss man etwas vom Blei abtragen, was zwar natürlich aufwendiger ist, aber dadurch nicht zu einer noch größeren Trägheit führt; denn wir wissen aus dem Physikunterricht: „Je mehr Masse, desto träger ein Körper“.
Die Arbeit des Auswiegens ist meist ein extra Auftrag und normalerweise nicht mit inbegriffen. Die Neuachsung und generelle Regulation geht dieser Arbeit stets voraus und muss am Instrument (meist vor Ort) ausgemessen und markiert werden. Anschließend muss ich die Klaviatur mitnehmen und an den gekennzeichneten Stellen die Bohrungen in den Tasten vornehmen und das Blei einsetzen.
Oberdämpfer-Mechanik
– Bild mit freundlicher Genehmigung von Jana Ritter (langjährige Klavierstimmkundin seit über 19 Jahren) –
Viele Klaviere aus der Gründerzeit und danach wurden mit der sogenannten Oberdämpfer-Mechanik verbaut. Die Dämpfer liegen oberhalb der Hämmerchen, daher der Name. Regelrecht um die Mechanik herum laufen die langen Drähte, die die Dämpfer abheben. In den üblichen Unterdämpfermechaniken ist es ein kleiner „Löffel“, der die Dämpfer abhebt.
Da dies äußerlich beinah „käfigartig“ wirkt, wird diese Form der Mechanik im englisch-sprachigen Raum als „Bird-Cage-Mechanik“ bezeichnet.
Hier zu sehen ist, dass die Abstände der Hämmerchen ungleich sind. Auch die Dämpferpuppen (oben) sind nicht ganz auf gleicher Höhe.
Nach Aufklärung sind alsbald die Hämmerchen neu auszurichten. Nur gestaltet sich das bei einer solchen Mechanik meist schwieriger, da die Schrauben für die Hämmerchen auf der „hinteren Seite“ sind, also jedes Mal die Mechanik herausgenommen werden muss.
Da die heutigen Mechaniken (sog. Unterdämpfer, die auch schon um 1900 verbaut wurden) bieten nur Vorteile, da die Schrauben von „meiner Seite“ direkt zu erreichen sind.
Auch stellt sich hier nach langer Betreuungszeit der Umstand dar, dass die Achsen (wenigstens die der Hämmerchen) zum Teil ausgetauscht werden müssen, da doch einige Achstuche mittlerweile zu stramm sind.
Aber: Es ist immer besser, wenn etwas klemmt,
als dass etwas klappert. :)
Dass etwas klemmt, ist kein Qualitätsmangel – im Gegenteil:
Dann ist noch genug Material vorhanden.
Neueinrichtung nach Achswechsel
Nach einem Achswechsel (insbesondere bei einem Ersetzen eines größeren Achstiftes (Differenz zur nächsten Größe beträgt 0,025 mm =25µm) ändert sich meist der Anschlags- und Auslösepunkt des Hammers. Dieser wird hier nach erfolgtem Achswechsel neu einreguliert → Regulation der Schnabelluft (Unterstellen) sowie des Auslösepunkts.
(Bild mit freundlicher Genehmigung von Jana Ritter)
Voller Einsatz
Auch in Pflegeheimen stehen Klaviere. Gewiss nicht in bester Substanz. Dennoch möchten Bewohnern gern ab und an darauf spielen. Hier helfe ich gern und repariere auch die ein oder andere klemmende Taste.
Was kann ich für Ihr Instrument tun?
Die gezeigten Bilder sollen einen Eindruck der Vielfältigkeit
der Arbeiten vermitteln und damit auch ein wenig zeigen,
dass jedes Klavier seine individuelle Pflege braucht.
Ich freue mich, wenn ich etwas für Ihr Instrument tun darf.
Ich arbeite an Klavieren mit Leidenschaft und hoffe,
dass sich dies auch in den Bildern widerspiegelt.
Haben Sie Fragen oder Wünsche?
Schreiben Sie mich einfach an oder ergreifen Sie Ihr Telefon/Handy.
Ich freue mich auf Sie und Ihr Instrument.
Mit musikalischen Grüßen
Ihr Klavierstimmer und -techniker
Lars Grote